Startpost-Retter
Jup, mal wieder was von mir. Nicht wirklich anspruchsvoll, keine Geschichte bei der man viel nachdenken müsste. Etwas ganz triviales sozusagen. Ich hoffe es gefällt. Vorerst stelle ich nur den ersten Teil on, wenn's Gefallen findet, dann auch gerne mehr. Momentan hab' ich nur nen kleinen Hänger und komme nicht wirklich weiter.
Bon appetito
PS.: Jaaa, der Titel ist ausbaufähig, ich bin am überlegen
Bon appetito
PS.: Jaaa, der Titel ist ausbaufähig, ich bin am überlegen
Chapter 1
- Wunderbarer Tag. Strahlender Sonnenschein, Temperaturen über 25 Grad. Und das Mitte September! Mit einer lässigen Coolness, von der selbst James Bond nur zu träumen wagte, schob ich meine Sonnenbrille zurück und blickte mich herrisch um. Hatte sich kaum etwas verändert die letzten sechs Jahre. Der Schulhof war immer noch verdreckt und eine öde Betonlandschaft, das Schulhaus selbst war ebenfalls das gleiche, schnöde, eher einem Hochsicherheitstrakt gleichende Gebäude geblieben, und der ekelhaft riechenden Blumen hatte man sich bis heute nicht entledigt. Eine leichte Windbrise streichelte meine gebräunte Haut und trug mir den Duft von frischem Kaffee entgegen. Neuerdings hatte ich ja die Seiten gewechselt. Ich war nicht länger eine gequälte, gepeinigte Schülerin, sondern selbst der Tyrann! Welche Freude, Ode an die Götter. Und das auch noch an der eigenen, früheren Zuchtanstalt – Schule will sagen... Mit höllischer Vorfreude betrat ich also den mir bekannten Bunker und stromerte die Gänge entlang, als wäre ich niemals weg gewesen. Zielsicher lenkte ich meine Schritte gen Direktorat, in dem ich früher, vor konkret sechs Jahren, mein Abitur abgeholt hatte, ehe ich selbstbewusst an die schwere Holztür hämmerte und auf das verhaltene ‚Herein’ wartete. Etwas zu stürmisch riss ich eben jene Tür auf und betrat den nach Schweiß und kalten Kaffee müffelnden Raum. Wie früher.
„Morgen“, strahlte ich besagtem Direktor entgegen, der zu meiner Zeit noch Stellvertreter gewesen war. Herr Klee beäugte mich mit ernster Miene, die jedoch sogleich einem breiten, zahnlückigen Lächeln weichen musste. Gütigerweise erhob er sich von seinem bequemen 1000 Euro- Sessel und umarmte mich herzlich. Schreck lass nach! So einen Arbeitgeber wünschte man sich sein ganzes Leben lang und wenn man ihn dann fand, konnte man seiner Sinneswahrnehmung kaum glauben.
„Herzlich Willkommen, Josefine. Ich freue mich, dich hier begrüßen zu dürfen. Oh Gott, lang ist’s her was? Hast dich ja ganz schön verändert“
„Das ist wahrscheinlich auch ganz gut so“, grinste ich leicht verlegen und rückte meine Sonnenbrille zurecht.
„Was treibt dich eigentlich hierher? Ich dachte immer alle Schüler wären froh, wenn sie nach 13 Jahren endlich hier weg können.“ Wo er Recht hatte, hatte er Recht. Ich war bis dato eigentlich auch ganz froh gewesen, nicht mehr jeden Morgen im gewohnten Alltagstrott zur Bushaltestelle zu schlendern und irgendwie den Tag zu überstehen, indem ich mich mit Schokoriegeln und chemischen Schnitzelsemmeln eindeckte. Aber irgendwann war mir die Erleuchtung gekommen (auf einen Tobsuchtsanfall meines Vaters hin, ich solle doch endlich meinen Arsch bewegen und mir überlegen, welchen beruflichen Pfad ich einschlagen wolle) und ich hatte das Lehramtsstudium begonnen. Nach anfänglicher Schwierigkeit und – um ehrlich zu sein, aufgrund der bloßen Faulheit mir irgendwas anderes zu überlegen – unendlichen Stunden des Lernens hatte ich dann endlich meine Staatsexamen in der Hand und musste mich um eine geeignete Stelle kümmern, denn Klein Finchen war schlau genug sich NICHT verbeamten zu lassen. Mit welchen... sagen wir Unanehmlichkeiten... diese Entscheidung verbunden war, wurde mir erst zu einem späteren Zeitpunkt bewusst. Nämlich just in dem Augenblick, in dem ich eine einstige Klassenkameradin traf und diese mir von ihrer tollen Karriere als Oberstudienrätin berichtete und mich mit abwertenden Blicken bedachte, als ich ihr freudestrahlend mitteilte, dass ich eine vollkommen vogelfreie Lehrerin war. Aber nun gut, zurück zu jenem besagten Morgen, an dem mein Berufsdesaster seinen Lauf nehmen sollte.