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Geschrieben von Nic am 21.07.2008 um 12:09:

  Zügelhilfen (halbe Paraden), wie stark?

Hey!

Ich wollte von euch gerne einmal wissen, wie ihr zum Thema “Zügelhilfen”, besonders zu Halben Paraden steht. Wie sollten die eurer Meinung nach gegeben werden? Mit welcher Intensität, wie ist das bei euch, wenn das Pferd auf leichte Hilfen nicht reagiert?
Was anderes: Wie ich selbst immer wieder bei Turnieren (Abreiteplatz) oder bei eig. Extrem guten Reitern feststelle ist, dass da teilweise regelrecht im Maul herumgezerrt wird, bis das Pferd den Kopf nach unten nimmt, und das finde ich nicht in Ordnung!

Auf meinem letzten Reitstall (seid etwa einem viertel Jahr nicht mehr dort) bin ich ein Schulpferd geritten, dass eigentlich total fein auf alle möglichen Hilfen reagiert, nur leider den Tick hat, alle paar Sekunden unvermittelt mit dem Kopf zu schütteln. Anfangs habe ich versucht, das Ganze wie mir meine Reitlehrerin geraten hat, mit ganz leichten halben Paraden zu konzentrieren. Das Problem: es wurde davon kein bisschen besser, im Gegenteil, auf jede halbe Parade reagierte das Pferd mit einem heftigeren Schütteln, was natürlich keinen normalen Reitunterricht möglich macht. Auch bei anderen Reitern habe ich das bei eben diesem Pferd beobachtet.
Als dieses besagte Pferd eben nächste Reitstunde von vornherein wieder anfing, gab ich (natürlich ohne die Aufforderung meiner Reitlehrerin dazu), über ein paar Schritte etwas stärkere halbe Paraden (Ich habe nicht im Maul herumgezogen!), und das Pferd reagierte sehr gut darauf. Es nahm für eine halbeRunde etwa den Kopf herunter, und es hätte ihn wahrscheinlich auch unten gelassen, hätte meine Reitlehrerin mich nicht sofort ermahnt.
“Du kannst dem Pferd doch nicht so starke Paraden geben!”
Dabei muss ich noch mal betonen, dass die Paraden nicht besonders stark waren, sie waren lediglich für ein paar Schritte sichtbar!
Gut in Ordnung, dachte ich mir, und natürlich tanzte das Pferd mit die ganze Zeit weiterhin auf der Nase herum.
Wenn man so eine Einstellung hat, in Ordnung, ich finde, man kann einem Pferd über eine kurze Zeitspanne auch etwas kräftigere Hilfen geben (kein Schlagen, kein Ziehen, lediglich etwas intensiver) kann. Wenn ein Pferd darauf reagiert werden meine Hilfen natürlich wieder feiner.
Doch jetzt kommt das, was mich damals dazu getrieben hat den Reitstall zu verlassen:
Die Tochter der Reitlehrerin (reitet seid 20 Jahren auch sehr erfolgreich auf Turnieren), hat ihr Pferd geritten. Ihre Mutter hat ihr eine Reitstunde gegeben und ich hab natürlich zugesehen, da ich immer gerne auch theoretisch dazu lerne. Als das Pferd jedoch hier den Kopf nicht nach unten nahm, begann die Reiterin, wild an den Zügeln herumzuziehen die halben Paraden waren meiner Meinung nach viel zu stark!, das Pferd sperrte sich noch stärker dagegen, nahm den Kopf aber schließlich hinunter, was die Reiterin jedoch nicht dazu zu veranlassen schien, damit auf zu hören.
Dagegen sagte meine Reitlehrerin jedoch nichts. Im Gegenteil. Sie lobte die schöne Kopfhaltung des Pferdes!

Tja, was meint ihr dazu?

LG Nic



Geschrieben von Julie am 21.07.2008 um 13:12:

 

Halbe Paraden würde ich jetzt nicht unbedingt in Zügelhilfen einordnen. Halbe Paraden sind das Zusammenspiel von Gewicht-, Schenkel- und Zügelhilfe. Soviel mal dazu.

Bezüglich Zügelhilfen finde ich folgendes recht hilfreich: So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich. Trifft aber auf alle Reiterhilfen zu.



Geschrieben von Asta am 21.07.2008 um 13:25:

 

Zitat:
Original von Julie
Halbe Paraden würde ich jetzt nicht unbedingt in Zügelhilfen einordnen. Halbe Paraden sind das Zusammenspiel von Gewicht-, Schenkel- und Zügelhilfe. Soviel mal dazu.

Bezüglich Zügelhilfen finde ich folgendes recht hilfreich: So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich. Trifft aber auf alle Reiterhilfen zu.


Dem kann ich absolut zustimmen.

@Nic: das ist immer die Problematik mit "am Zügel" und "am Zügel". Die einen verstehen darunter, dass das Pferd den Kopf unten hat, wie ist egal (zB. dein Negativbeispiel mit der Tochter der Reitlehrerin). Eigentlich ist mit dem Begriff "am Zügel" oder besser "an den hilfen" gemeint, dass das Pferd mit der Hinterhand unter den Schwerpunkt tritt, den Rücken aufwölbt und sich nach vorne an das Gebiss herandehnt. Rein theoretisch kommt es ganz von selbst in die gewünschte Haltung, wenn der Rest stimmt. Leider reiten die meisten Reiter ihre pferde von vorne nach hinten, statt von hinten nach vorne.

wie oft bzw. wie stark eine halbe Parade gegeben werden muss, hängt von vielen Faktoren ab. Grundsätzlich so oft bzw. so stark, bis der gewünschte Effekt eintritt. Dabei darf man aber nie nie nie vergessen, das Zügelhilfen nur etwa 10% der halben Parade ausmachen, der Großteil besteht aus der Gewichtshilfe, dann aus der Schenkelhilfe und die zügelhilfe ist quasi nur der I-Punkt.



Geschrieben von Anna1985 am 21.07.2008 um 13:25:

 

Jedes Pferd ist anders und wenn das Pferd fein reagiert reichen auch feine halbe Paraden. Reagiert das Pferd darauf aber nicht (aus welchen Gründen auch immer) dann kann die Parade durchaus auch stärker kommen. Ich seh da an sich kein Problem. Und zwischen einer halben Parade und Im-Maul-ziehen besteht schon noch ein Unterschied.

Klar ist das Ziel, dass man die Hilfen nicht mehr sieht, aber da muss man auch erstmal hin kommen. Natürlich gehört auch dazu, dass man feiner wird wenn das Pferd gut reagiert.



Geschrieben von Schnegge am 21.07.2008 um 15:15:

 

Hm, ich wollte auch mal so ein Thema eröffnen, aber aus einem anderen Grund.
Meine Reitlehrerin sagte immer, man muss auf beiden Händen mind. 1 kg Druck haben (versteht wer was ich meine?), also da muss immer Druck da sein. Und ich hatte die Kraft nicht, dass zu halten, deswegen wollte sie auch immer, dass ich mehr Armtraining mache. Dann meinte sie auch noch, dass ich nichts tuen würde, weil man meine Hilfen eben nicht gesehen hat. Außerdem war sie der Meinung, ich müsste ununterbrochen halbe Paraden geben.
Naja, ich denke man sieht, warum ich da weg bin ..

Ansonsten kann ich mich meinen Vorrednern nur anschließen ..



Geschrieben von Nona am 21.07.2008 um 15:36:

 

Kann mich auch Julie und Asta anschließen. Sieht man ja häufiger sowas.

Aber mal nicht zur Stärke der Paraden sondern an welcher Seite ihr die macht.


Also an meinemn ersten beiden Ställen war es eig so, dass außen welche gegeben wurden um das Pferd aufmerksam ggf langsamer zu machen also wenn man zb durchparieren will usw. und innen zum stellen.

Bei meinem jetzigen steig ich nicht durch >.<. Also bei ganzer bahn werden außen paraden gegeben und innen die hand steht aber halt ein bisschen weiter hinten, damit das Pferd nach innen gestellt ist.
Auf dem Zirkel werden innen paraden gegeben und innen getrieben dass das Pferd außen an den Zügel tritt. ABer iwann hieß es da auchmal ich soll außen Paraden geben... also ich steig halt nicht mehr durch. Weil dann heißt es auch wieder ich soll aufm Zirkel außen garnichts in der Hand haben.

Dazu muss man vielleicht auch noch sagen, dass ich im Unterricht ein Pferd reite, dass sehr schwierig zu biegen ist und sich ständig einrollt und zb plötzlich den Kopf runterzieht usw. und gegentreiben bringt da nichts. Also sie wird schneller, aber immernoch eingerollt und total fest. Man bekommt sie einfach nicht übern Rücken geritten.



Geschrieben von Animallove am 21.07.2008 um 18:16:

 

bei meiner Rb ist es auch so
Ich muss anfangs etwas stärkere Paraden geben, damit sie überhaupt was merkt. leichte Paraden ignoriert sie einfach, deswegen sind sie bei mir zur ersten Hälfte der stunde immer sichtbar. Wenn sie dann locker ist, dann gebe ich die Paraden wieder feiner. leider hat auch mein pferd die angewohnheit, sich wieder mehr Zügel zu verschafen (Schulpferd) und wirft dann den Kopf hoch, das ich dann auch einmal wieder eine deutlichere Parde gibt.
Aber manchmal muss es eben sein, wenn das Pferd auf leichte nicht reagiert.

also ich habe es so gelernt: innnen paraden geben und außen konstante Verbindung. Außen werden paraden eben nur, um das Pferd für die nächste Lektion/Tempoübergang aufmerksam zu machen.



Geschrieben von deKata am 22.07.2008 um 11:24:

  RE: Zügelhilfen (halbe Paraden), wie stark?

Wieso verbindet ihr fast alle die halben Paraden mit der Versammlung des Pferdes das hat fast nichts miteinander zutun.
Gebe selber immer mal wieder Reitunterricht bei uns am Stall und reite selber auch auf Tunieren.

Eine halbe parde soll das Pferd jediglich auf das Bevorstehende vorbereiten, wie zum beispiel das Durcharieren oder Galoppwechsel.
Einfach das worauf sich das Pferd vorher konzentrieren soll.
Hört sich ganz einfach an, doch trotzdem gibt es sehr viele , wie man auch gerade schon ließt, Unsicherheiten was eine halbe parade denn nun eigentlich ist.
Man hört oft in Reitschulen das man leicht am inneren Zügel etwas zuppeln soll, doch das reicht nicht
Man muss dabei trotzdem nicht vergessen noch vorwärtstreibende Hilfen zu geben, sonst bringt es garnichts. Die Hilfe soll vermehrt die Hinterhand unter den Schwerpunkt bringen, damit die nachfolgende Lektion vernünftig auszuführen ist. Damit das Pferd die Lektion einfacher zu stande bringt. Deswegen nennt man es auch Hilfen.
Wenn man die treibende Hilfen von hinten nicht noch dazugibt ,stoppt man das Pferd lediglich leicht,doch gibt ihm keine vernünftigen Hilfen, somit wäre der Sinn der halben parade verspielt. Was leider sehr oft zu sehen ist und die meisten durchschnittlichen Reitlehrer es nicht erkennen, da sie sich zu viel auf andere Sachen konzentrieren.

Es müssen alle Hilfen zusammen spielen, damit die halbe Parde komplett ordentlich aufgeführt werden kann.
Starkes Aufrichten des Reiters mit vorwärtstreibenden Hilfen, treibender Unterschenkel, doch verwahrender Oberschenkel, dazu noch ein leichtes Annehmen der Zügel.
Ich möchte wirklich betonen das ein leichtes Annehmen der Zügel reicht, denn egal wie hart das pferd auch im maul schon geritten wurde, es merkt den leichten Zug trotzdem. Und wenn es manchmal nicht sofort darauf reagiert dann weiß es einfach nicht mit einer leichten hilfe anzufangen, weil es das nicht gewöhnt ist.
Aber dann ist ein Pferd nicht gleich stur oder anderes, sondern weiß einfach nicht was gemeint ist.
Und sowas muss man dann einfach üben, um den pferd das zu erklären.
Einfach öfters die gangart wechseln oder durchpariere n und dabei dann vorher die Hilfe geben. Pferde erkennen schnell was der reiter ihnen sagen will

Alles nur Übrung Augenzwinkern

Jetzt noch eine kleine Hilfe von mir persöhnlich.
Ich persöhnlich gebe nie "soeine" halbe Parade, da ich gemerkt habe das Pferde so feinfühliche Geschöpfe sind das sie auch auf viel leichteren Hilfen zur Aufmerksamkeit reariegen.
Bevor ich eine Lektion ausführe atme ich einmal gaanz tief durch und ich merke sofort das mein pferd aufpasst.
Oder ich rede vorher leicht und fast unhörtbar mit meinem Pferd. Ich sage ihm einfach "Aufpassen" und sofort schnellen die Ohren nach oben

Es ist einfach Übung. Versucht es, doch merkt euch eins jede Hilfe wird max. 1-2 Sekunden ausgeführt

Hoffe ich konnte euch ein wenig helfen smile



Geschrieben von Nic am 25.07.2008 um 09:51:

 

Danke!

Ich glaube es hat mir echt ein bisschen weiter geholfen.

LG Nici



Geschrieben von Hannii am 26.07.2008 um 17:01:

 

also meine reitlehrerin ist ja immer wieder recht bös auf mich, wenn meine hand mal zu hart war, die ist nämlich der meinung, dass man total sanft sein muss, vor allem halbe paraden dürfen nur ein anspannen der faust sein bzw erklärt sie mir immer, ich hätte ein vögelchen in der hand und müsste das massieren, darf es aber nicht zerdrücken.
und ich find die einstellung eig recht gut, vor allem, weil mein stüt darauf sehr gut reagiert.



Geschrieben von Asta am 27.07.2008 um 14:05:

 

dann ist was anderes verkehrt...
nur mit schwämmchen ausdrücken ist es bei einer halben Parade noch lange nicht getan, Schenkel - und vor allem gewichtshilften spielen noch eine viel größere Rolle



Geschrieben von nathcen am 27.07.2008 um 14:12:

 

Jegliche Hilfen müssen einfach immer so stark kommen, dass das Pferd reagiert.
Auf der PferdInter hat ein Westerntrainer so schön gesagt "Reagiert mein Pferd fein, so bin ich der netteste Mensch mit der ruhigesten Hand der Welt - zieht es aber mit 500kg an, ziehe ich mit 500kg zurück"



Geschrieben von Hannii am 28.07.2008 um 11:34:

 

falls astas post auf meinen bezogen war:
ich habe jz nur über die hand geredet, mir ist klar, dass zu einer halben parade viel mehr als das gehört, ich wollte nur klar machen, was ich mit den händen tue für eine halbe parade



Geschrieben von Asta am 28.07.2008 um 12:51:

 

Zitat:
Original von Pferdi
falls astas post auf meinen bezogen war:
ich habe jz nur über die hand geredet, mir ist klar, dass zu einer halben parade viel mehr als das gehört, ich wollte nur klar machen, was ich mit den händen tue für eine halbe parade


sorry, dann ist das falsch rüber gekommen Augenzwinkern



Geschrieben von Birgit am 28.07.2008 um 15:05:

 

Mein Motto ist: So wenig wie möglich, so viel wie nötig!

So erreicht man mit der Zeit das man sehr wenig Zügelhilfen braucht! Ich reite aber auch mit "lockeren" Zügeln... d.h. er steht nicht ganz an und das Pferd is oft mit der Nase leicht vor der Senkrechten, da ich erreichen möchte das das Pferd sich "von selbst" versammelt, also ohne Zügelhilfen, es soll vermehrt auf Kreuz-,Gewichts- und Schenkelhilfen reagieren!

Bei meinem Pferd reichen oft schon minimalen Zügelhilfen, man kann es dem ausdrücken eines Schwammes gleich stellen. Ich werde aber weiter versuchen die Zügeleinwirkung zu reduzieren! fröhlich



Geschrieben von Bille am 02.08.2008 um 16:41:

 

Zitat:
Original von Julie
Halbe Paraden würde ich jetzt nicht unbedingt in Zügelhilfen einordnen. Halbe Paraden sind das Zusammenspiel von Gewicht-, Schenkel- und Zügelhilfe. Soviel mal dazu.

Bezüglich Zügelhilfen finde ich folgendes recht hilfreich: So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich. Trifft aber auf alle Reiterhilfen zu.


Sagt alles.
Aber zum Kopfschütteln: Könnte es sein , dass das Pferd ein Headshaker ist?


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